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" Grübeln bringt nur Falten"

Gegenseite Rücksicht und positive Energie – das sind für Irina Lutz

Werte, die die Menschen während der Corona-Pandemie an den Tag legen

sollten, denn der Virus bescherte der Beauty-Unternehmerin gleich zum

Start in Frommern ein „besonderes Geschenk“: den ersten Lockdown. Wie

sie auch mit dem zweiten und seinen Auswirkungen umgeht, erzählt sie im

Gespräch mit unserer Zeitung.


Ruhig ist es in den hellen Räumen des Beauty-Salon und Spas an der

Balinger Straße. Die Türglocke läutet derzeit eher selten, um einen

Kunden anzukündigen. Das hatte sich Inhaberin Irina Lutz anders erhofft,

als sie vergangenen Februar geladene Gäste und Kunden zu

Einweihungsfeier begrüßte.


2009 machte sich Irina Lutz selbständig und arbeitete, wie sie sagt,

„von zuhause aus“ als Kosmetikerin und Fußpflegerin. Als sie die

Heilpraktikerschule begann, war schnell klar, dass sie Helferinnen

brauchte, um den über Jahre aufgebauten Kundenstamm im wahrsten Sinne

des Wortes zu pflegen. Als sich die Chance ergab, in der Balinger Straße

ihrer Karriere einen Kick zu geben, ergriff sie diese. Ein langgehter

Traum ging für sie in Erfüllung. „Und dann kam gleich noch dieses

wundervolle Geschenk Pandemie dazu und der erste Lockdown“, scherzt sie.


Grübeln bringe nichts, „außer Falten“ und ständig in die Vergangenheit

schauen ebenso wenig, ist sie sich sicher. „Alles, was geschieht, hat

einen Grund“, sagt sie, räumt aber auch ein, dass sie mit der Eröffnungs

des Salon gewartet hätte, hätte sie gewusst, was auf sie und ihr kleines

Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten zukommt.


Kosmetische Behandlungen sind nicht mehr erlaubt, weshalb ihr ein Teil

der Einnahmen weggebrochen ist. Ihr bleiben derzeit nur noch die Kunden

aus der Fußpflege. Deshalb musste sie auch schweren Herzens ihre beiden

Mitarbeiterinnen entlassen. „Ich hoffe, dass diese wieder zurückkommen,

sobald die Auftragslage das wieder erlaubt.“


Rückhalt in der ertragsarmen Zeit erfährt Lutz bei ihrer Familie und

ihrem Mann Paul. Der hat mir ihr im vergangenen Frühjahr den Ebay-Shop

auf die Beine gestellt, unterstützt sie beim eigenen Onlineshop, den sie

vor Weihnachten eröffnet haben. Emotionalen Halt bieten ihr aber auch

ihre Kunden: „Viele melden sich und erkundigen sich, wie es mir und dem

Geschäft ergeht. Dafür bin ich sehr dankbar.“


Nicht erst in Krisenzeiten sollten Zusammenhalt, gegenseitige

Unterstützung und Rücksicht an erster Stelle stehen, ist sie der

Meinung: „Wir sind doch alle Zollernälbler.“ Sie versucht etwa, wenn

möglich, ihre Besorgungen in der Balinger Innenstadt zu erledigen. „Ich

will irgendwann mal wieder in der Stadtmitte bummeln und ein Eis essen.

Das ist für mich wie ein Kurzurlaub.“


Von Renate Deregowski

ZOLLERN - ALB - KURIER


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